Fixkosten im Haushalt: Beispiele, Berechnung, Einsparen

Fixkosten sind Ausgaben, die regelmäßig in gleicher oder ähnlicher Höhe anfallen, egal wie viel du sonst konsumierst: Miete, Nebenkosten, Strom, Internet, Handy, Versicherungen, Abos und Kreditraten. Du berechnest sie, indem du alle regelmäßigen Zahlungen auf einen Monat umrechnest und addierst. Wer seine Fixkosten kennt, weiß, wie viel Geld jeden Monat schon vergeben ist und wie viel Spielraum bleibt. Diese Seite zeigt dir eine vollständige Liste, den Rechenweg und eine Methode, Fixkosten systematisch zu prüfen.
Fixkosten und variable Kosten
| Fixkosten | Variable Kosten | |
|---|---|---|
| Höhe | gleich oder fast gleich | schwankt |
| Beispiele | Miete, Versicherung, Internet | Lebensmittel, Tanken, Kleidung |
| Beeinflussbar | über Vertrag, Tarif, Kündigung | über tägliches Verhalten |
| Rhythmus | monatlich, quartalsweise, jährlich | laufend |
| Planung | einmal prüfen, dann stabil | monatlich nachsteuern |
Dazwischen gibt es Mischformen. Strom und Heizung sind vertraglich fix (Abschlag), der Verbrauch aber variabel. Für die Haushaltsplanung zählst du den Abschlag als Fixkosten.
Liste: Welche Fixkosten haben die meisten Haushalte?
Wohnen
- Miete oder Kreditrate
- Nebenkosten-Vorauszahlung
- Strom, Gas, Fernwärme
- Rundfunkbeitrag
- Hausrat- und Haftpflichtversicherung
Kommunikation und Medien
- Internet und Festnetz
- Mobilfunk
- Streaming, Zeitungen, Apps
Mobilität
- Kfz-Versicherung und Kfz-Steuer
- Leasing- oder Kreditrate
- Deutschlandticket oder Monatskarte
- Stellplatz
Versicherungen und Vorsorge
- Krankenversicherung, soweit nicht vom Brutto abgezogen
- Berufsunfähigkeit, Rechtsschutz, Unfall
- Altersvorsorge
Familie
- Kita und Betreuung
- Unterhalt
- Vereinsbeiträge
Sonstiges
- Kredit- und Ratenzahlungen
- Fitnessstudio
- Mitgliedschaften und Spenden
So berechnest du deine monatlichen Fixkosten
- Quelle wählen. Nimm die Kontoauszüge der letzten drei bis sechs Monate.
- Wiederkehrende Buchungen markieren. Alles, was in gleicher Höhe regelmäßig abgebucht wird.
- Auf einen Monat umrechnen. Jahresbeitrag geteilt durch zwölf, Halbjahresbeitrag geteilt durch sechs, Quartalsbeitrag geteilt durch drei.
- Addieren. Das Ergebnis ist deine monatliche Fixkostensumme.
- Zum Netto ins Verhältnis setzen. Teile die Summe durch dein Nettoeinkommen. Das Ergebnis zeigt die Fixkostenquote.
Ein Beispiel ohne Währung: Liegen die Fixkosten bei 1.300 und das Netto bei 2.600, beträgt die Quote 50 Prozent. Welche Aufteilung insgesamt sinnvoll sein kann, behandelt die 50-30-20-Regel.
Beispiel: Eine Fixkostenliste mit Monatsumrechnung
So kann eine Liste aussehen (Beträge ohne Währung, nur zur Veranschaulichung):
| Posten | Zahlweise | Betrag je Zahlung | Pro Monat |
|---|---|---|---|
| Miete inklusive Nebenkosten | monatlich | 950 | 950 |
| Strom | monatlich | 70 | 70 |
| Internet und Handy | monatlich | 55 | 55 |
| Haftpflicht und Hausrat | jährlich | 120 | 10 |
| Kfz-Versicherung | halbjährlich | 330 | 55 |
| Streaming | monatlich | 12 | 12 |
Die Umrechnung zeigt, dass Jahreszahlungen im Monat klein erscheinen, in der Abbuchung aber groß ausfallen können. Wer sie nicht zurücklegt, wird im Abbuchungsmonat überrascht.
Fixkosten systematisch prüfen
Fixkosten sind der effektivste Hebel, weil du sie einmal änderst und der Effekt jeden Monat wirkt. Gehe in dieser Reihenfolge vor:
1. Abos und Mitgliedschaften
Liste jedes Abo auf und frage dich bei jedem: Habe ich es in den letzten 30 Tagen genutzt? Kündige, was du nicht nutzt, und pausiere, was du nur gelegentlich brauchst. Notiere Kündigungsfristen im Kalender.
2. Handy, Internet, Strom und Gas
Tarife sind oft nach Ablauf der Mindestlaufzeit teurer als Neukundenangebote. Prüfe einmal pro Jahr, ob ein Wechsel möglich ist, und beachte Kündigungsfristen und Vertragsbedingungen. Vergleiche Angebote unabhängig und lies das Kleingedruckte.
3. Versicherungen
Prüfe, ob alle Versicherungen noch zu deiner Situation passen. Manche decken sich, andere fehlen. Lass dich bei größeren Entscheidungen unabhängig beraten, etwa bei einer Verbraucherzentrale. Streiche nichts, was dich im Ernstfall existenziell schützt.
4. Kredite und Raten
Hohe Zinsen belasten das Budget dauerhaft. Prüfe, ob eine Umschuldung oder Sondertilgung sinnvoll ist.
5. Wohnen und Mobilität
Die größten Posten verändern sich selten, aber wenn ein Umzug, ein Zimmerwechsel oder ein Auto weniger zur Debatte steht, lohnt sich ein ehrlicher Blick.
Jahreszahlungen nicht vergessen
Kfz-Steuer, Versicherungsbeiträge, Jahresabos oder Beiträge werden oft nur einmal oder zweimal pro Jahr abgebucht und überraschen dann. Rechne sie durch zwölf und lege jeden Monat einen Teil zurück, etwa auf einem Unterkonto. So wird aus einer Überraschung eine planbare Zahlung.
Vertragstermine im Griff behalten
Fixkosten sparst du nur, wenn du Fristen nicht verpasst. Lege eine Liste mit Vertragsende und Kündigungsfrist an und trage die Termine in den Kalender ein, am besten mit einer Erinnerung vier bis sechs Wochen vor dem Stichtag. So hast du genug Zeit zu vergleichen und musst nicht in Eile entscheiden.
Was du nicht kürzen solltest
Nicht jede Einsparung ist sinnvoll. Wichtige Absicherungen wie Haftpflicht- oder Krankenversicherung sollten bestehen bleiben. Prüfe lieber, ob der Tarif passt, als den Schutz ganz zu streichen. Im Zweifel hilft eine unabhängige Beratung.
Fixkosten in schwierigen Zeiten
Wenn das Einkommen plötzlich sinkt, sind Fixkosten der schwierigste Posten, weil sie nicht von allein kleiner werden. Sprich früh mit Vermietern, Anbietern und Banken, bevor Zahlungen ausfallen. Viele Verträge lassen Stundungen, Ratenanpassungen oder Tarifwechsel zu. Eine Schuldnerberatung hilft kostenlos und unabhängig weiter, wenn die Lage ernst wird.
Fixkosten im Überblick behalten
Wenn die Liste steht, lohnt sich ein fester Platz dafür. Im Hausklar Planer: Geld, Haushalt & Alltag in einem digitalen Planer gibt es im Geld-Block jedes Monats eine Übersicht der bezahlten Fixkosten, die du abhakst, sobald die Abbuchung durch ist. Die Begleiter-App enthält zusätzlich eine Übersicht für Fixkosten. So fällt dir sofort auf, wenn ein Posten fehlt oder neu dazugekommen ist. Das Geld-&-Haushalt-Startkit (36 Seiten) führt dich durch die erste Woche. Der Planer kostet einmalig 27,99 €. Eine Excel-Erweiterung mit Abo-Tracker gehört nicht zum Planer und wird separat angeboten.
Ergebnis
Notiere nach der Prüfung drei Zahlen: Fixkosten vorher, Fixkosten nachher, Ersparnis pro Monat. Schon wenige gekündigte Abos und ein gewechselter Tarif können spürbar entlasten. Das Geld kannst du direkt für den Notgroschen oder ein anderes Sparziel verwenden. Und wie du alle Zahlen in ein Buch bringst, zeigt die Anleitung zum Haushaltsbuch führen.
Kleine Routine, große Wirkung
Setze dir einmal pro Quartal einen Termin von einer Stunde für die Fixkosten. Gehe die Kontoauszüge durch, prüfe neue Abbuchungen und notiere auslaufende Verträge. Diese Stunde ist oft die wirksamste Haushaltsarbeit des Quartals, weil jede Änderung Monat für Monat nachwirkt. Halte das Ergebnis schriftlich fest, damit du beim nächsten Mal vergleichen kannst.