Notgroschen: Wie hoch sollte er sein?

Eine häufig genannte Faustregel lautet: Ein Notgroschen sollte drei bis sechs Monatsausgaben decken. Du rechnest ihn aus, indem du deine monatlichen Grundausgaben ermittelst, die Zahl der Monate nach deiner Lage wählst und beides multiplizierst. Es ist eine Orientierung, kein Gesetz. Wie viel für dich passt, hängt von Einkommen, Haushalt und Absicherung ab. Auf dieser Seite findest du den Rechenweg und die Faktoren, die die Zahl nach oben oder unten verschieben.
Der Rechenweg in drei Schritten
Schritt 1: Grundausgaben ermitteln
Addiere, was du jeden Monat zwingend zahlst:
- Miete oder Kreditrate für die Wohnung, Nebenkosten, Strom, Heizung
- Lebensmittel und Drogerie im normalen Umfang
- Versicherungen und Krankenkassenbeiträge
- Mobilität, die du für Arbeit und Alltag brauchst
- Laufende Verträge: Handy, Internet, Kita, Raten
Nicht dazu zählen Restaurantbesuche, Hobbys, Urlaube und andere Dinge, die du im Notfall vorübergehend streichen könntest. Die Auflistung gelingt am besten mit einer sauberen Trennung von festen und variablen Kosten; wie das geht, erklärt der Artikel zu Fixkosten im Haushalt.
Schritt 2: Anzahl der Monate wählen
Die Spanne von drei bis sechs Monaten dient als Rahmen. Wo du innerhalb oder außerhalb davon landest, hängt von deiner Lage ab (siehe unten).
Schritt 3: Multiplizieren
Beispiel mit einer Zahl ohne Währung: Liegen deine Grundausgaben bei 2.000 pro Monat, ergibt das bei drei Monaten 6.000 und bei sechs Monaten 12.000. Das klingt nach viel. Deshalb lohnt sich der Weg in Stufen, wie er im Leitfaden Notgroschen aufbauen beschrieben ist.
Was die Zahl nach oben schiebt
| Faktor | Warum mehr Puffer sinnvoll sein kann |
|---|---|
| Selbstständigkeit oder schwankendes Einkommen | Einnahmen können über Monate ausbleiben |
| Nur ein Verdienst im Haushalt | Ausfall trifft die ganze Familie |
| Kinder | Mehr feste Kosten, weniger Flexibilität |
| Eigene Immobilie oder Auto | Reparaturen können größere Summen kosten |
| Wenig Absicherung (z. B. keine Berufsunfähigkeitsvorsorge) | Weniger Schutz bei Krankheit |
| Branche mit unsicherem Arbeitsmarkt | Längere Jobsuche möglich |
Was die Zahl nach unten schieben kann
- Zwei stabile Einkommen im Haushalt
- Sicherer Arbeitsplatz, etwa im öffentlichen Dienst
- Niedrige Fixkosten und flexible Ausgaben
- Weitere leicht verfügbare Reserven außerhalb des Notgroschens
Ob einer dieser Punkte bei dir zutrifft, kannst nur du beurteilen. Bei größeren Entscheidungen kann eine unabhängige Finanzberatung hilfreich sein.
Stufenplan statt Einmalziel
Wer bei null startet und sofort sechs Monatsausgaben im Blick hat, resigniert leicht. Arbeite in Etappen:
- Stufe 1: ein halber Monat Grundausgaben
- Stufe 2: ein ganzer Monat
- Stufe 3: drei Monate
- Stufe 4: der Zielwert, den du aus deiner Lage abgeleitet hast
Für jede Stufe setzt du ein Datum, das zu deinem Sparbetrag passt. Auf dem Weg dahin helfen klare Spielregeln, wie sie die Sparchallenge bietet, und die richtige Zielformulierung, beschrieben in Sparziele setzen.
Notgroschen und andere Rücklagen trennen
Der Notgroschen deckt Unvorhergesehenes. Bekannte, aber unregelmäßige Ausgaben wie Jahresbeiträge, Urlaub oder Geschenke gehören in eigene Rücklagen. Wenn du beides trennst, bleibt dein Puffer wirklich für den Ernstfall.
Zahlen im Blick behalten
Notiere Zielwert, Stand und Datum der nächsten Stufe dort, wo du ohnehin planst. Im Hausklar Planer: Geld, Haushalt & Alltag in einem digitalen Planer gibt es dafür im Geld-Block jedes Monats ein Feld für das Sparziel, und die Begleiter-App führt Fixkosten und Sparziele zusammen. Der Planer kostet einmalig 27,99 €. Er rechnet nichts garantiert für dich aus und ersetzt keine Beratung, aber er gibt deinen Zahlen einen festen Platz.